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Hier ist eine interessante Auswahl aus der Geschichte des Diskuswerfens. Interessante Geschichten und die besten Diskuswerfer und -werferinnen werden vorgestellt.

Diskuswurf der Männer

Antikes Griechenland
Beginn des Neuzeitlichen Diskuswerfens
Adolfo Consolini
Al Oerter
Jay Sylvester
Wilkins, Schmidt, Powell & Co
Jürgen Schult
Lars Riedel


  Diskuswurf der Frauen

Entwicklung des Frauen - Diskuswerfens
Westermann und Manoliu
Faina Melnik
Evelin Schlaak-Jahl
Gabriele Reinsch
Martina Hellmann
Ilke Wylluda





Was ist Diskuswurf ?
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:

Diskus (Herkunft: Griechisch = Platte, Scheibe; Plural: Disken oder Diskusse) bezeichnet:

n  
 ein Sportgerät

n  
ein Fisch

n  
in der Botanik die scheibenförmige Verdickung des Blütenbodens , etwa bei Doldenblütlern

n  
in der Anatomie die bewegliche Knorpelscheibe, welche im Kiefergelenk zwischen Gelenkgrube und Gelenkköpfchen liegt

n  
die auf Kreta gefundene , aus minoischer Zeit stammende kreisförmige Steinscheibe mit noch immer nicht entzifferter Inschrift , genannt der Diskus von Phaistos


Antike Griechenland

Der Diskuswerfer von MyronSiebzehnmal bereits hatten die Griechen ihre Olympischen Spiele ausgetragen, aber erst im Jahre 708 v. Chr. kamen die Fünfkämpfer zu einem neuen Gerät, dem Diskus, einer flachen Scheibe von damals unterschiedlichen Materialien und Gewichten. Funde von Disken in Griechenland deuten auf Gewichtsschwankungen von 1 kg bis 7 kg hin. Anfangs bestanden die Disken aus glatt geschliffenem Stein, später aus Holz, Kupfer oder Bronze. Die Wurfscheibe wurde Diskos, der Werfer Diskobolos genannt. 200 Jahre später schuf der griechische Bildhauer Myron seine Skulptur des Diskuswerfers.



Neuzeitliche Geschichte

An ihr orientierten sich Archäologen, als sie Mitte des 19. Jahrhunderts n.Chr. in Olympia Disken ausgruben und so den Anstoß zur Wiedereinführung dieser leichtathletischen Wurfübung gaben, die 1896 bei den ersten neuzeitlichen Olympischen Spielen bereits auf dem Programm standen. Geworfen wurde zunächst, wie Myron es gezeigt hatte, von einem Sockel, dem sog. Balbis, der nach vorn abgeflacht war., dann bis 1912 ebenerdig mit dem linken und rechten Arm, und dann folgte die heute gebräuchliche Form: aus einem Ring mit eineinhalb Umdrehungen, deren Entwicklung der Tscheche F. Janda (Janda Spirale) und der Schwede G. Söderström für sich in Anspruch nahmen.. Die Wurfdisziplinen sind zunächst eine reine Männerdomäne. Das ändert sich erst, als mit den Spielen in Amsterdam 1928 erstmals auch Frauen den Diskus schleudern durften. Wie wenig das Diskuswerfen bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit (1896 in Athen) mit dem heutigen Hochleistungssport gemein hat, zeigt die folgende Geschichte: Der Amerikaner R.S. Garrett entschloss sich wenige Tage vor Beginn der Spiele, am Diskuswerfen teilzunehmen, weil ein Amerikaner fehlte. Obwohl ihm der damals übliche „griechische„ oder „antike„ Stil, den Diskus zu werfen, nicht bekannt war, gewann er mit der damaligen Weltrekordweite von 29.15 m die Goldmedaille. Bessere Geräte und Wurfringe sowie ein hochspezialisiertes Training haben mitgeholfen, diese Bestweite fast zu verdreifachen. Der heutige Weltrekord steht auf 74.08 Meter. Weniger auf Weite als auf Treffsicherheit kam es im Diskuswettbewerb bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris an. Da standen den Athleten Bäume im Wege, und man musste einen guten Blick haben, um eine Lücke zu finden. Am besten gepeilt hatte dabei der Ungar Rudolf Bauer, der seinen Diskus zwischen zwei Bäumen hindurch auf 36.04 m geschleudert hatte. Verdienter Lohn für diesen gezielten Wurf war die Goldmedaille. Die Weltelite brauchte fast 30 Jahre vom ersten 40 m Wurf (M. Sheridan, USA, 1903, 40.72 m) bis zum ersten 50 m Wurf (E. Krenz, USA, 1930, 51.03 m) und weitere rund 30 Jahre zur ersten 60 Meter Leistung von Jay Silvester (USA, 1961, 60.56 m).



Adolfo Consolini

ConsoliniIn den 50-er Jahren war der beste Diskuswerfer Adolfo Consolini (Italien). In den Jahren 1940 bis 1955 war er in Europa ungeschlagen. Er war der erste Werfer, der über 180 englische Fuss (54.86 m) und über 55 m weit warf. 1952 gewann er Silber in Helsinki, 1956 in Melbourne wurde er Sechster. 1960, bei seinen Spielen in Rom, sprach er für seine Landsleute in einem würdevollen Rahmen den olympischen Eid.



Al Oerter

OerterWenn man vom olympischen Diskuswerfen spricht, dann muss man vorallem den Amerikaner Al Oerter erwähnen. Als Al Oerter in Mexico City 1968 bei den Olympischen Spielen 64.78 Meter warf, stellte er einen einmaligen Rekord auf: Er war zum vierten mal in ununterbrochener Reihenfolge (1956, 1960, 1964 und 1968) Olympiasieger und Goldmedaillengewinner im Diskuswerfen geworden. Oerter, ein Riese von 1.93 Meter Körpergrösse und einem Gewicht von 125 kg, war bekannt für seine eisernen Nerven. Stets war er im richtigen Augenblick topfit: In Melbourne wird er als krasser Aussenseiter im Alter von 20 Jahren zum erstenmal Olympiasieger und schlägt den damaligen Weltrekordler Fortune Gordien (USA 59.28 m). Auch in Rom hat Oerter die besseren Nerven und gewinnt gegen den neuen Weltrekordhalter Rink Babka USA 59.91m. Zum erstenmal wirft der zweifache Olympiasieger Weltrekord im Jahre 1962. Ist sein Sieg in Tokio 1964 keine grosse Überraschung, so gleicht der erneute Erfolg 1968 einer Sensation. Längst ist er als "alter Mann" abgeschrieben, kann sich gerade noch für die US-Olympiamannschaft qualifizieren. In Mexiko City tritt er verletzt an, doch wieder gewinnt er dank seiner besseren Konzentration und Nervenstärke. Sein Rezept, selten Wettkämpfe bestreiten und sich in aller Ruhe vorbereiten, ist erneut aufgegangen.



Jay Sylvester

Jay Sylvester war nicht nur der erste Werfer der Welt, der 1961 die 60 Meter Marke überwarf. Am 16. Mai 1971 brachte er das Kunststück fertig, auch die 70 m Marke mit 70.36 m zu knacken.



Wilkins, Schmidt & Powell

Wolfgang Schmidt Mac WilkinsDer Amerikaner Mac Wilkins übertrifft als erster Mensch die 70-m-Marke. Knapp drei Monate vor den Olympischen Spielen 1976 in Montreal verbessert der bärtige Modellathlet auf der "Segelwiese" von San Jose seinen eigenen Weltrekord gleich dreimal auf zuletzt 70,86 m. An der Olympiade 1976 in Montreal gewann der Weltrekordhalter Mac Wilkins USA vor dem Berliner Wolfgang Schmidt. Dieser revanchierte sich darauf bei Wilkins, als er im August 1978 in Berlin mit 71.16 m Mac als Weltrekordhalter ablöste. 1980 gibt Oerter 24 Jahre nach seinem ersten Olympiasieg 44-jährig ein überraschendes Comeback und verbessert seine Bestleistung um mehr als 5 Meter auf beachtliche 69.46 m. An den US Trials konnte er sich allerdings nicht mehr für die olympischen Spiele qualifizieren. Die zahlreichen Duelle von Wilkins mit Powell waren um die 80er Jahre die eigentlichen Diskusleckerbissen. Erinnert sei an die Trial Ausscheidung für die Olympiade in Los Angeles, als Powell mit 71.26 m gegen 70.44 m von Wilkins obenaus schwang und seither in der ewigen Bestenliste mit dieser Weite sogar vor seinem Erzrivalen liegt. An der Olympiade gewann aber keiner von beiden: Rolf Danneberg (BRD) schwang obenaus, weil Wilkins die zwei weitesten Würfe des Tages um Millimeter übertratt und somit vor Powell nur Zweiter wurde, welcher wie 1976 mit der Bronzemedaille vorlieb nehmen musste.



Jürgen Schult

Jürgen Schult Jürgen Schult Jürgen Schult ist Mr. Diskuswurf. Er hat in unserem Sport alles erreicht, ist Olympiasieger, Welt- und Europameister und erzielte in Neubrandenburg am 6. Juni 1986 bei starkem Gegenwind einen phantastischen Weltrekord mit 74.08 m. Bei seinem Olympiasieg 1988 in Seoul warf er mit 68.82 m neuem olympischen Rekord. Er hat sich ein Vierteljahrhundert als Aktiver dem Diskuswerfen gewidmet, davon über 15 Jahre in der Weltspitze. Seit 2002 ist Schult Bundestrainer Diskuswurf männlich im DLV.



Lars Riedel

Lars RiedelHeutzutage beherrscht Lars Riedel das Geschehen im Diskusring. Er wurde insgesamt 5-mal, von 1994 bis 1997 vier mal in ununterbrochener Reihenfolge Weltmeister. An der Olympiade in Atlanta gewann er trotz 2 ersten Fehlversuchen und drohendem Ausscheiden. Er konnte sich beruhigen und warf mit 69.40 m im 5. Versuch Olympischen Rekord. In Budapest 1998 gewann Riedel mit 67.07 m zum ersten Mal einen Europameistertitel. Bei der WM in Sevilla war der Amerikaner Anthony Washington aber stärker und besiegte Riedel mit neuem Meisterschaftsrekord von 69,08 m. Auch bei der Olympiade in Sydney muss er sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Virgilius Alekna siegt mit der Weltklasseweite von 69,30 m. In seinem letzem olympischen Wettkampf erreicht Jürgen Schult als Achter nocheinmal das Finale. 2001 schlägt Lars Riedel aber wieder zu und wird zum 5. Mal Weltmeister. Einmalig in der Welt des Diskuswerfens.



Entwicklung des Diskuswurfs der Frauen

Mauermayer Die ersten Resultate von Frauen wurden 1914 in den USA erzielt - damals noch mit dem 1,25-kg-Diskus. Seit 1928 die Frauen - Leichtathletik mit damals 4 Disziplinen olymisch ist, ist das Diskuswerfen der Frauen als erste Wurfdisziplin von Anfang an dabei. Mit fünfmal Olympiagold stehen die deutschen Werferinnen vor der ehemaligen Sowjetunion an der Spitze der Nationenwertung in der Geschichte der Olympischen Spiele.
Gisela Mauermayer ist 1936 die erste deutsche Olympiasiegerin im Diskuswurf. Siebenmal verbessert sie 1935/1936 den Weltrekord auf zuletzt 48,31 Meter. Die Russin Nina Romaschkowa ist eine von zwei Diskuswerferinnen überhaupt, die zweimal olympisches Gold gewinnen. Romaschkowa ist 1952 in Helsinki erstmals erfolgreich und wiederholt ihren Sieg acht Jahre später in Rom unter ihrem Ehe-Namen Ponomarjowa. Zwischendurch in Melbourne holt sie mit Bronze weiteres Edelmetall. Mit fadem Beigeschmack bleiben die Weltrekorde von Tamara Press. Sie und ihre Schwester Irina sorgten mit ihren Leistungen im Kugelstoßen und Diskuswerfen für Aufsehen. Als 1966 Geschlechtskontrollen eingeführt wurden, waren beide von der sportlichen Bildfläche verschwunden.



Liesl Westermann und Lia Manoliu

Westermann und Manoliu Die Leverkusenerin Liesel Westermann verbessert Ende der sechziger Jahre zwischen 1967 und 1969 insgesamt viermal den Weltrekord auf zuletzt 63,96 m. Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexico gewinnt jedoch die Rumänin Lia Manoliu "endlich" die Goldmedaille vor Liesel Westermann. Manoliu ist mit 36 Jahren nicht nur die älteste Olympiasiegerin aller Zeiten, sondern nimmt in Mexico an ihren fünften olympischen Spielen teil. Zweimal hatte sie zuvor (1960 und 1964) mit Bronze den olympischen Diskusring verlassen.




Faina Melnik

melnik Faina Melnik wirft die meisten Weltrekorde: Mit dem zehnten ihrer insgesamt 11 Bestmarken zwischen 1971 und 1976 durchbricht die Russin erstmals die 70-Meter-Marke: 70,20 werden im August 1975 im Züricher Letzigrund zum zwischenzeitlichen Maß aller Dinge. Melnik wird 1972 in München auch Olympiasiegerin.



Evelin Schlaak-Jahl

Schlaak-Jahl Evelin Schlaak-Jahl ist die einzige erfolgreiche Titelverteidigerin bei Olympischen Spielen. Unter ihrem Mädchennamen Schlaak gewinnt die Ost-Berlinerin 1976 in Montreal und wird mit 20 Jahren die jüngste Olympiasiegerin in dieser Disziplin. Bis zu ihrem zweiten Gold 1980 in Moskau stellt sie mit 70,72 m (1978) und 71,50 m (1980) zwei neue Weltrekorde auf.



Gabriele Reinsch

Gabriele Reinsch Gleich um 2,24 m verbesserte Gabriele Reinsch den bestehenden Weltrekord der Tschechin Zdenka Silhava knapp drei Monate vor den Olympischen Spielen 1988 in Seoul. Ihre 76,80 m von der "Segelwiese" in Neubrandenburg haben bis heute Bestand. In diesem Jahr verbesserte sie ihre persönliche Bestleistung von 67,18 m auf 71,64 m, dann steigerte sie sich auf 73,42 m, um schließlich den Weltrekord folgen zu lassen - ein nahezu perfekter Wurf gleich im ersten Versuch.'Die Tagesform, die Bedingungen, der Wind, alles stimmte', erinnert sich Reinsch Bei den Spielen selbst kam die damals 25-jährige Cottbusserin mit ihrer Favoritenrolle nicht zurecht und belegte "nur" Rang sieben (67,26 m). Olympiasiegerin wird aber trotzdem eine Deutsche:



Martina Hellmann

Martina HellmannMartina Hellmann Martina Hellmann hält mit ihrer Siegesweite von 72,30 m bei den Spielen in Seoul den aktuellen Olympischen Rekord. Darüber hinaus hat die Leipzigerin mit 78,14 m die größte Weite aller Zeiten im Frauen-Diskuswurf erzielt. Dieses Ergebnis vom September 1988 in Ost-Berlin wird wegen fehlender Anmeldung des (Test-)Wettkampfes allerdings nicht als offizieller Weltrekord geführt. Hellmann hat mit zwei WM-Titeln (1983 und 1987) so viele gewonnen wie keine andere Diskuswerferin. Zweite bei den Olympischen Spielen war dann mit Diana Gansky eine weitere Deutsche, der es als einzigem Mensch gelang, insgesamt 7 mal über 70 m zu werfen.



Ilke Wylluda

Ilke Wylluda Zu den Großen ihrer Zunft gehört auch Ilke Wyludda, deren rund 15-jährige Karriere mit dem Olympiasieg 1996 in Atlanta ihren bisherigen Höhepunkt fand. 1991 und 1995 war die Hallenserin zuvor schon Vize-Weltmeisterin geworden und hält bis heute den Junioren-Weltrekord: Als 19-Jährige erzielte sie im Olympiajahr 1988 bereits 74,40 m. Nach einer beispiellosen Serie von Verletzungen, hat Ilke Wyludda 2001 ihren Rücktritt erklärt.




        


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