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Hier ist eine interessante
Auswahl aus der Geschichte des Diskuswerfens. Interessante
Geschichten und die besten Diskuswerfer und -werferinnen werden
vorgestellt.
Was ist Diskuswurf ?
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:
Diskus (Herkunft: Griechisch = Platte, Scheibe; Plural: Disken oder Diskusse) bezeichnet:
n |
ein Sportgerät |
n |
ein Fisch |
n |
in der Botanik die scheibenförmige Verdickung des Blütenbodens , etwa bei Doldenblütlern |
n |
in der Anatomie die bewegliche Knorpelscheibe, welche im Kiefergelenk zwischen Gelenkgrube und Gelenkköpfchen liegt |
n |
die auf Kreta gefundene , aus minoischer Zeit stammende kreisförmige Steinscheibe mit noch immer nicht entzifferter Inschrift , genannt der Diskus von Phaistos |
Antike Griechenland
Siebzehnmal bereits hatten die Griechen ihre
Olympischen Spiele ausgetragen, aber erst im Jahre 708 v. Chr. kamen
die Fünfkämpfer zu einem neuen Gerät, dem Diskus, einer flachen
Scheibe von damals unterschiedlichen Materialien und Gewichten.
Funde von Disken in Griechenland deuten auf Gewichtsschwankungen von
1 kg bis 7 kg hin. Anfangs bestanden die Disken aus glatt
geschliffenem Stein, später aus Holz, Kupfer oder Bronze. Die
Wurfscheibe wurde Diskos, der Werfer Diskobolos genannt. 200 Jahre
später schuf der griechische Bildhauer Myron seine Skulptur des
Diskuswerfers.
Neuzeitliche
Geschichte
An ihr orientierten sich Archäologen, als sie Mitte
des 19. Jahrhunderts n.Chr. in Olympia Disken ausgruben und so den
Anstoß zur Wiedereinführung dieser leichtathletischen Wurfübung
gaben, die 1896 bei den ersten neuzeitlichen Olympischen Spielen
bereits auf dem Programm standen. Geworfen wurde zunächst, wie Myron
es gezeigt hatte, von einem Sockel, dem sog. Balbis, der nach vorn
abgeflacht war., dann bis 1912 ebenerdig mit dem linken und rechten
Arm, und dann folgte die heute gebräuchliche Form: aus einem Ring
mit eineinhalb Umdrehungen, deren Entwicklung der Tscheche F. Janda
(Janda Spirale) und der Schwede G. Söderström für sich in Anspruch
nahmen.. Die Wurfdisziplinen sind zunächst eine reine Männerdomäne.
Das ändert sich erst, als mit den Spielen in Amsterdam 1928 erstmals
auch Frauen den Diskus schleudern durften. Wie wenig das
Diskuswerfen bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit (1896 in
Athen) mit dem heutigen Hochleistungssport gemein hat, zeigt die
folgende Geschichte: Der Amerikaner R.S. Garrett entschloss sich
wenige Tage vor Beginn der Spiele, am Diskuswerfen teilzunehmen,
weil ein Amerikaner fehlte. Obwohl ihm der damals übliche
„griechische„ oder „antike„ Stil, den Diskus zu werfen, nicht
bekannt war, gewann er mit der damaligen Weltrekordweite von 29.15 m
die Goldmedaille. Bessere Geräte und Wurfringe sowie ein
hochspezialisiertes Training haben mitgeholfen, diese Bestweite fast
zu verdreifachen. Der heutige Weltrekord steht auf 74.08 Meter.
Weniger auf Weite als auf Treffsicherheit kam es im Diskuswettbewerb
bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris an. Da standen den
Athleten Bäume im Wege, und man musste einen guten Blick haben, um
eine Lücke zu finden. Am besten gepeilt hatte dabei der Ungar Rudolf
Bauer, der seinen Diskus zwischen zwei Bäumen hindurch auf 36.04 m
geschleudert hatte. Verdienter Lohn für diesen gezielten Wurf war
die Goldmedaille. Die Weltelite brauchte fast 30 Jahre vom ersten 40
m Wurf (M. Sheridan, USA, 1903, 40.72 m) bis zum ersten 50 m Wurf
(E. Krenz, USA, 1930, 51.03 m) und weitere rund 30 Jahre zur ersten
60 Meter Leistung von Jay Silvester (USA, 1961, 60.56 m).
Adolfo Consolini
In den 50-er Jahren war der beste Diskuswerfer Adolfo
Consolini (Italien). In den Jahren 1940 bis 1955 war er in Europa
ungeschlagen. Er war der erste Werfer, der über 180 englische Fuss
(54.86 m) und über 55 m weit warf. 1952 gewann er Silber in
Helsinki, 1956 in Melbourne wurde er Sechster. 1960, bei seinen
Spielen in Rom, sprach er für seine Landsleute in einem würdevollen
Rahmen den olympischen Eid.
Al
Oerter
Wenn man vom olympischen Diskuswerfen spricht, dann muss
man vorallem den Amerikaner Al Oerter erwähnen. Als Al Oerter in
Mexico City 1968 bei den Olympischen Spielen 64.78 Meter warf,
stellte er einen einmaligen Rekord auf: Er war zum vierten mal in
ununterbrochener Reihenfolge (1956, 1960, 1964 und 1968)
Olympiasieger und Goldmedaillengewinner im Diskuswerfen geworden.
Oerter, ein Riese von 1.93 Meter Körpergrösse und einem Gewicht von
125 kg, war bekannt für seine eisernen Nerven. Stets war er im
richtigen Augenblick topfit: In Melbourne wird er als krasser
Aussenseiter im Alter von 20 Jahren zum erstenmal Olympiasieger und
schlägt den damaligen Weltrekordler Fortune Gordien (USA 59.28 m).
Auch in Rom hat Oerter die besseren Nerven und gewinnt gegen den
neuen Weltrekordhalter Rink Babka USA 59.91m. Zum erstenmal wirft
der zweifache Olympiasieger Weltrekord im Jahre 1962. Ist sein Sieg
in Tokio 1964 keine grosse Überraschung, so gleicht der erneute
Erfolg 1968 einer Sensation. Längst ist er als "alter Mann"
abgeschrieben, kann sich gerade noch für die US-Olympiamannschaft
qualifizieren. In Mexiko City tritt er verletzt an, doch wieder
gewinnt er dank seiner besseren Konzentration und Nervenstärke. Sein
Rezept, selten Wettkämpfe bestreiten und sich in aller Ruhe
vorbereiten, ist erneut aufgegangen.
Jay Sylvester
Jay Sylvester war nicht nur der erste Werfer der
Welt, der 1961 die 60 Meter Marke überwarf. Am 16. Mai 1971 brachte
er das Kunststück fertig, auch die 70 m Marke mit 70.36 m zu
knacken.
Wilkins, Schmidt &
Powell
Der Amerikaner Mac Wilkins übertrifft als
erster Mensch die 70-m-Marke. Knapp drei Monate vor den Olympischen
Spielen 1976 in Montreal verbessert der bärtige Modellathlet auf der
"Segelwiese" von San Jose seinen eigenen Weltrekord gleich dreimal
auf zuletzt 70,86 m. An der Olympiade 1976 in Montreal gewann der
Weltrekordhalter Mac Wilkins USA vor dem Berliner Wolfgang Schmidt.
Dieser revanchierte sich darauf bei Wilkins, als er im August 1978
in Berlin mit 71.16 m Mac als Weltrekordhalter ablöste. 1980 gibt
Oerter 24 Jahre nach seinem ersten Olympiasieg 44-jährig ein
überraschendes Comeback und verbessert seine Bestleistung um mehr
als 5 Meter auf beachtliche 69.46 m. An den US Trials konnte er sich
allerdings nicht mehr für die olympischen Spiele qualifizieren. Die
zahlreichen Duelle von Wilkins mit Powell waren um die 80er Jahre
die eigentlichen Diskusleckerbissen. Erinnert sei an die Trial
Ausscheidung für die Olympiade in Los Angeles, als Powell mit 71.26
m gegen 70.44 m von Wilkins obenaus schwang und seither in der
ewigen Bestenliste mit dieser Weite sogar vor seinem Erzrivalen
liegt. An der Olympiade gewann aber keiner von beiden: Rolf
Danneberg (BRD) schwang obenaus, weil Wilkins die zwei weitesten
Würfe des Tages um Millimeter übertratt und somit vor Powell nur
Zweiter wurde, welcher wie 1976 mit der Bronzemedaille vorlieb
nehmen musste.
Jürgen Schult
Jürgen Schult ist Mr. Diskuswurf. Er hat in
unserem Sport alles erreicht, ist Olympiasieger, Welt- und
Europameister und erzielte in Neubrandenburg am 6. Juni 1986 bei
starkem Gegenwind einen phantastischen Weltrekord mit 74.08 m. Bei
seinem Olympiasieg 1988 in Seoul warf er mit 68.82 m neuem
olympischen Rekord. Er hat sich ein Vierteljahrhundert als Aktiver
dem Diskuswerfen gewidmet, davon über 15 Jahre in der Weltspitze.
Seit 2002 ist Schult Bundestrainer Diskuswurf männlich im DLV.
Lars Riedel
Heutzutage beherrscht Lars Riedel das Geschehen im
Diskusring. Er wurde insgesamt 5-mal, von 1994 bis 1997 vier mal in
ununterbrochener Reihenfolge Weltmeister. An der Olympiade in
Atlanta gewann er trotz 2 ersten Fehlversuchen und drohendem
Ausscheiden. Er konnte sich beruhigen und warf mit 69.40 m im 5.
Versuch Olympischen Rekord. In Budapest 1998 gewann Riedel mit 67.07
m zum ersten Mal einen Europameistertitel. Bei der WM in Sevilla war
der Amerikaner Anthony Washington aber stärker und besiegte Riedel
mit neuem Meisterschaftsrekord von 69,08 m. Auch bei der Olympiade
in Sydney muss er sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben.
Virgilius Alekna siegt mit der Weltklasseweite von 69,30 m. In
seinem letzem olympischen Wettkampf erreicht Jürgen Schult als
Achter nocheinmal das Finale. 2001 schlägt Lars Riedel aber wieder
zu und wird zum 5. Mal Weltmeister. Einmalig in der Welt des
Diskuswerfens.
Entwicklung des
Diskuswurfs der Frauen
Die ersten Resultate von Frauen wurden 1914 in den
USA erzielt - damals noch mit dem 1,25-kg-Diskus. Seit 1928 die
Frauen - Leichtathletik mit damals 4 Disziplinen olymisch ist, ist
das Diskuswerfen der Frauen als erste Wurfdisziplin von Anfang an
dabei. Mit fünfmal Olympiagold stehen die deutschen Werferinnen vor
der ehemaligen Sowjetunion an der Spitze der Nationenwertung in der
Geschichte der Olympischen Spiele.
Gisela Mauermayer ist 1936
die erste deutsche Olympiasiegerin im Diskuswurf. Siebenmal
verbessert sie 1935/1936 den Weltrekord auf zuletzt 48,31 Meter. Die
Russin Nina Romaschkowa ist eine von zwei Diskuswerferinnen
überhaupt, die zweimal olympisches Gold gewinnen. Romaschkowa ist
1952 in Helsinki erstmals erfolgreich und wiederholt ihren Sieg acht
Jahre später in Rom unter ihrem Ehe-Namen Ponomarjowa. Zwischendurch
in Melbourne holt sie mit Bronze weiteres Edelmetall. Mit fadem
Beigeschmack bleiben die Weltrekorde von Tamara Press. Sie und ihre
Schwester Irina sorgten mit ihren Leistungen im Kugelstoßen und
Diskuswerfen für Aufsehen. Als 1966 Geschlechtskontrollen eingeführt
wurden, waren beide von der sportlichen Bildfläche verschwunden.
Liesl Westermann und Lia
Manoliu
Die Leverkusenerin Liesel Westermann verbessert
Ende der sechziger Jahre zwischen 1967 und 1969 insgesamt viermal
den Weltrekord auf zuletzt 63,96 m. Bei den Olympischen Spielen 1968
in Mexico gewinnt jedoch die Rumänin Lia Manoliu "endlich" die
Goldmedaille vor Liesel Westermann. Manoliu ist mit 36 Jahren nicht
nur die älteste Olympiasiegerin aller Zeiten, sondern nimmt in
Mexico an ihren fünften olympischen Spielen teil. Zweimal hatte sie
zuvor (1960 und 1964) mit Bronze den olympischen Diskusring
verlassen.
Faina Melnik
Faina Melnik wirft die meisten Weltrekorde: Mit dem
zehnten ihrer insgesamt 11 Bestmarken zwischen 1971 und 1976
durchbricht die Russin erstmals die 70-Meter-Marke: 70,20 werden im
August 1975 im Züricher Letzigrund zum zwischenzeitlichen Maß aller
Dinge. Melnik wird 1972 in München auch Olympiasiegerin.
Evelin Schlaak-Jahl
Evelin Schlaak-Jahl ist die einzige erfolgreiche
Titelverteidigerin bei Olympischen Spielen. Unter ihrem Mädchennamen
Schlaak gewinnt die Ost-Berlinerin 1976 in Montreal und wird mit 20
Jahren die jüngste Olympiasiegerin in dieser Disziplin. Bis zu ihrem
zweiten Gold 1980 in Moskau stellt sie mit 70,72 m (1978) und 71,50
m (1980) zwei neue Weltrekorde auf.
Gabriele Reinsch
Gleich um 2,24 m verbesserte Gabriele Reinsch den
bestehenden Weltrekord der Tschechin Zdenka Silhava knapp drei
Monate vor den Olympischen Spielen 1988 in Seoul. Ihre 76,80 m von
der "Segelwiese" in Neubrandenburg haben bis heute Bestand. In diesem Jahr
verbesserte sie ihre persönliche Bestleistung von 67,18 m auf 71,64 m,
dann steigerte sie sich auf 73,42 m, um schließlich den Weltrekord folgen zu lassen
- ein nahezu perfekter Wurf gleich im ersten Versuch.'Die Tagesform, die Bedingungen, der Wind, alles stimmte', erinnert sich Reinsch Bei den
Spielen selbst kam die damals 25-jährige Cottbusserin mit ihrer
Favoritenrolle nicht zurecht und belegte "nur" Rang sieben (67,26
m). Olympiasiegerin wird aber trotzdem eine Deutsche:
Martina Hellmann

Martina Hellmann hält mit ihrer Siegesweite von 72,30 m
bei den Spielen in Seoul den aktuellen Olympischen Rekord. Darüber
hinaus hat die Leipzigerin mit 78,14 m die größte Weite aller Zeiten
im Frauen-Diskuswurf erzielt. Dieses Ergebnis vom September 1988 in
Ost-Berlin wird wegen fehlender Anmeldung des (Test-)Wettkampfes
allerdings nicht als offizieller Weltrekord geführt. Hellmann hat mit zwei WM-Titeln (1983 und 1987) so
viele gewonnen wie keine andere Diskuswerferin.
Zweite bei den
Olympischen Spielen war dann mit Diana Gansky eine weitere
Deutsche, der es als einzigem Mensch gelang, insgesamt 7 mal über 70 m zu werfen.
Ilke Wylluda
Zu den Großen ihrer Zunft gehört auch Ilke
Wyludda, deren rund 15-jährige Karriere mit dem Olympiasieg 1996 in
Atlanta ihren bisherigen Höhepunkt fand. 1991 und 1995 war die
Hallenserin zuvor schon Vize-Weltmeisterin geworden und hält bis
heute den Junioren-Weltrekord: Als 19-Jährige erzielte sie im
Olympiajahr 1988 bereits 74,40 m. Nach einer beispiellosen Serie von
Verletzungen, hat Ilke Wyludda 2001 ihren Rücktritt
erklärt.